Buch
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      Uwe Birnstein

      Toleranz und Scheiterhaufen

        Das Leben des Michael Servet

        1. Auflage 2012
        100 Seiten 7 Abb. kartoniert
        ISBN 978-3-525-56012-9
        Vandenhoeck & Ruprecht
        erscheint Dezember 2012

 

Uwe Birnstein schildert unterhaltsam und verständlich das Werk, das Leben und den Tod Michael Servets, geleitet von der Frage: Warum musste er sterben? Die Geschichte Servets zeigt zweierlei: Auch die Reformation hinterließ eine blutige Spur in der Kirchengeschichte. Und: Für die aktuelle globale Friedensdiskussion gibt die Theologie des Michael Servet wichtige Impulse.

 

 

 

Rezension:

 

„Die Wortführer der Reformation im 16. Jahrhundert mussten sich mit ihrer Lehre nicht nur von den Altgläubigen abgrenzen, sondern auch von abweichenden Tendenzen aus dem Inneren ihrer eigenen Bewegung. So etwa gegen Lehrauffassungen des Spaniers Michael Servet (1511-1553). Mit seiner Schrift „Vom Irrtum der Trinität“ aus dem Jahre 1531 griff er die Trinitätslehre der Reformatoren frontal an. Er bekämpfte auch die Kindertaufe und musste untertauchen. Unter einem anderen Namen studierte er in Paris Medizin und entdeckte als Erster den Kreislauf des Blutes durch die Lunge. Er wurde Leibarzt des Bischofs von Lyon. Von hier aus begann er seinen umfangreichen Briefwechsel mit Johannes Calvin. Aber schließlich wurde er enttarnt und als Irrlehrer gefangen gesetzt. Er konnte nach Genf fliehen, wo er in einem langwierigen Prozess, bei dem Calvin eine wichtige Rolle spielte, schließlich zum Tode verurteilt wurde. Er endete qualvoll auf dem Scheiterhaufen. Ein äußerst lesenswertes Buch, das eine der Schattenseiten der Reformation eindrücklich ausleuchtet. Ob aber, wie Birnstein meint, der Antitrinitarismus den religiösen Dialog zwischen Juden, Christen und Moslems zu fördern vermag, ist für mich doch eher unwahrscheinlich, da gibt es doch noch andere Stolpersteine!"

Samuel Moser

 

Aus: idea spektrum spezial 2/2016

www.idea.de